Rheinpfalz | 15.8.2017

Artikel über die Abschlussveranstaltung unserer Aktion "Schatzfelsen".

 

 


Lauter vergnügte, lauter gut gelaunte Menschen

PFÄLZISCHE VOLKSZEITUNG, KAISERSLAUTERN, 06.07.2015

Sechs RHEINPFALZ-Promi-Reporter haben sich unter das Feiervolk des Altstadtfests gemischt - und berichten davon

Ein Blick aufs Altstadtfest: Die RHEINPFALZ-Redaktion hat in diesem Jahr wieder Promi-Reporter auf die große Sause in der Altstadt geschickt. Der Schauspieler Rainer Furch und die Autorin Madeleine Giese, der frühere Leiter des Albert-Schweitzer-Gymnasiums, Max Laveuve, der ECE-Center-Manager Christian Andresen, der Direktor des Instituts für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Roland Paul, der SPD-Fraktionsvorsitzende im Stadtrat, Andreas Rahm, und Klaus-Dieter Brehm von der Latwerch-Bänd stürzten sich in das schweißtreibende Fest zwischen Martinsplatz und Mainzer Tor. Und hier ihre reporterliche Ausbeute.

 

Sabine oder wer auch immer ...

 

Martinsplatz / Sekt: „Prost aufs Altstadtfest.“ - „Prost. Die da vorne ist doch die Sabine.“ - „Welche Sabine?“- „Na, die mit dem Dings zusammen ist.“ - „Welchem Dings?“ - „Na, mit dem aus Morlautern, äh Dansenberg oder Hohenecken.“ - „Ach der! Aber das ist nicht die Sabine. Also das ist sie schon, aber die heißt nicht Sabine.“ -„Olli, so heißt er. Nicht Sabine?“

 

Unionsplatz / Pils: „Pils auf Sekt, das schmeckt. Prost.“ - „Schön warm. Passend zum Wetter. Guck mal, da ist Deine Sabine schon wieder.“ - „Nee, die heißt wirklich nicht Sabine. Und die ist auch nicht mehr mit dem Olli zusammen.“ - „Der hieß auch gar nicht Olli. Der hieß Ulli.“ - „Und der kam aus Hochspeyer. Gärtner, nein, Architekt. Oder beides.“ - „Dein Personengedächtnis ist echt phänomenal.“ - „Prost.“

 

Stockhausplatz / 2. Pils: „Klasse, richtig kalt das Pils. Gabi!“ - „Nein, irgendwas mit S. Susi!.“ - „Sara. Silvia. Sigrid. Salome. Sonja. Sieglinde.“ - „Da ist sie ja wieder. Ich frag sie jetzt.“ - „Du spinnst, wenn wir die kennen, können wir doch nicht fragen, wie sie heißt.“ - „Da hinten ist doch ihre Freundin, die, weißt schon, die … ich frag die.“ - „Die Dings?“ - „Genau!“

 

Wadgasserhof / 3. Pils: „Cheers. Gut was los. Schön wie immer.“ - „Feigling!“ - „Du hast den Namen von ihrer Freundin doch auch nicht gewusst.“ - „Ich merk mir keine Namen, dafür vergesse ich auch alle Gesichter.“ - „Also ich heiße Rainer.“ - „Siehst Du, schon immer hat es mich interessiert, wie der Kerl heißt, neben dem ich jeden Morgen aufwache.“ - „In den letzten 20 Jahren hättest Du ja mal fragen können.“ - „Jetzt weiß ich es. Anja!“

 

Mainzer Tor / Frozen Margarita: „Anja. Anja. Anja. Ich weiß es! Ich weiß es!“ - „Susi. Um was wetten wir?“ - „Um den nächsten Margarita.“ - „Dann geh schon mal bestellen.“ - „(flüsternd) Guck da. (schreiend) Anja!“ - „Glaub, sie ignoriert Dich. Oder sie hat ihren Namen vergessen.“ -„Vielleicht ist sie anonym hier. Unter Pseudonym. Vielleicht hat sie sich mit Ullis bestem Freund eingelassen und möchte nicht, dass man sie erkennt. Sie hat auch gefärbte Haare. Vielleicht hat sie Ulli umgebracht. Oder Olli. Auf jeden Fall heißt sie Anja.“ - „Ich hol mal ein Wasser.“ - „Ach nö, jetzt wird’s gerade spannend.“

 

Erbsengasse / Absacker: „Ich glaub, das war sie gar nicht.“ - „Also ich jedenfalls habe die Frau noch nie gesehen.“ (beide): „Prost!“

 

Rainer Furch und Madeleine Giese

 

Die Feier-Hauptstadt der Pfalz

 

Kaiserslautern scheint eine Feier-Hochburg zu sein. Nach der gelungenen Langen Nacht der Kultur vor drei Wochen jetzt also das Altstadtfest, dieses Jahr auch noch bei tropischen Temperaturen: im Urlaub am Mittelmeer kann es nicht schöner sein!

 

Beeindruckend die ungeheure Zahl von Ständen und kulinarischen Angeboten, der Vereine, die sich präsentieren; dazu die vielen Musikbühnen mit renommierten Bands und Solisten, die jedem Geschmack und jedem Alter gerecht werden. Und das alles verteilt auf die gesamte Altstadt – ein ganzer Stadtteil als ein einziger Festplatz! Man kann nur ahnen, wie viel Arbeit und oft auch freiwilligen Einsatz das erfordert.

 

Aber alles wäre umsonst, wenn da nicht die riesige Schar von Gästen wäre, die sich auf das Fest freuen, die gerne kommen, um dabei zu sein, um alte Freunde zu treffen oder neue kennenzulernen. Leben heißt nun einmal Begegnung mit Menschen. Und genau das ist die Stimmung, die man bis spät in die Nacht spüren kann.

 

Trotz Lebensfreude und Feierlaune sollen aber auch die nicht vergessen werden, die Hilfe brauchen. Stellvertretend für viele, die helfen, wo man sie braucht, ist da etwa der kleine Stand von „Mama/Papa hat Krebs“, einer Organisation, die mit freiwilliger Hilfe Familien und Kindern in akuten Notsituationen beisteht.

 

Wer sich abends um zehn von den Seitengassen in den Malstrom der Feiermeile vom Martinsplatz zum Kaiserbrunnen wagt, der kann bis spät in der Nacht nur noch hoffen, dass es ihn in die richtige Richtung zieht – so wichtig ist das aber gar nicht: Gelacht und gefeiert wird überall. Irgendwie ist Kaiserslautern eben doch die Feier-Hauptstadt der Pfalz!

Max Laveuve

 

Fest mit Urlaubsgefühl

 

Der Auftakt vom Altstadtfest war ein willkommener Anlass, um mein Team vom Center Management vom „K in Lautern“ auf ein kaltes Getränk einzuladen. Wir trafen uns gegen 21 Uhr und bei zirka 37 Grad am Martinsplatz. Die erste Station war das „Maria Callas“; wir ergatterten Tische und Stühle, um mit zwölf Personen Platz zu finden und das Geschehen beobachten zu können. Wir freuten uns über die vielfältige Live-Musik. Es ertönte „Nothing else matters“ und „Über sieben Brücken musst du gehen“. Wir diskutierten ausführlich, aber ergebnislos darüber, ob der letztgenannte Song dem Gere Schlager oder eher Deutschrock zuzuordnen sei.

 

Inzwischen war unsere Runde noch mehr gewachsen, uns unbekannte Personen setzten sich an unseren Tisch und stiegen in unsere Gespräche ein. Ich dachte mir, die Lauterer sind ein aufgeschlossenes und kontaktfreudiges Volk. Ich fühlte mich wie im Urlaub, lauter vergnügte, gut gelaunte Menschen, Live-Musik und über 30 Grad. Ich entdeckte sogar eine Kaffee-Spezialität auf der Speisekarte, die ich sonst nur aus dem Griechenland-Urlaub kannte: „Freddo Cappuccino“, ich wusste nicht, dass man den auch in Deutschland bekommt.

 

Später schlenderte ich über den Platz, traf einige Bekannte und unterhielt mich, die Stimmung war richtig gut. Ich schaute bei den Brüdern des Italieners meines Vertrauens, Firenze, vorbei, tauschte mich mit ihnen aus. Auf meinem weiteren Weg die Steinstraße hinauf herrschten noch immer tropische Temperaturen. Auf Höhe des Stockhausplatzes waren zwei große Ventilatoren aufgestellt, die mit einer Wasserdampfvorrichtung versehen waren, um den Besucherinnen und Besuchern eine Erfrischung zu bescheren – ich war begeistert und verweilte dort einige Zeit mit meinen Freunden. Neben dieser Erfrischungsoase wurden Lachse am offenen Feuer geräuchert, wir konnten nicht widerstehen und stärkten uns mit dieser Köstlichkeit. Auf der Bühne am Stockhausplatz spielte eine Cover-Band, die plötzlich stoppte. Es war 23 Uhr und auf dem gesamten Altstadtfest wurde es auf einmal still. Man erklärte mir, dass um diese Uhrzeit keine Musik mehr gespielt werden durfte, ich war verwundert und auch etwas enttäuscht. Die Tausenden von Menschen wirkten auf mich, als wollten sie noch Stunden tanzen, mitsingen oder einfach der Musik zuhören.

 

Bevor ich nach Hause ging, zog ich Bilanz von meinem zweiten Altstadtfest in Kaiserslautern: Ich habe fröhliche und aufgeschlossene Menschen erlebt, getroffen und kennen gelernt, schöne Musik gehört, kulinarische Highlights erlebt und ein wirklich schönes Wochenende gehabt, bei dem ein echtes Urlaubsgefühl aufkam.

 

Christian Andresen

 

Super Caipirinha – in Brasilien nicht besser

 

Habe das Fest dieses Mal nur in der Nacht zum Samstag und am folgenden Nachmittag erlebt. Zuerst genoss ich am Stand der Kirchengemeinde St. Martin einen vorzüglichen Flammkuchen, um dann durch die Steinstraße zu flanieren. Hängen blieb ich - wie meistens - am Stand von Round Table oberhalb des Wadgasserhofes. Hier gab’s wieder einen super Caipirinha (besser gibt's ihn auch in Brasilien nicht!) . Aber auch die Margaritas erfreuten sich hier eines guten Zuspruchs. Den probierte ich dann am nächsten Tag. Angesichts der großen Hitze war das Altstadtfest am Samstagnachmittag wie leer gefegt, kaum Zuhörer bei den diversen musikalischen Darbietungen im Freien. Gut besucht hingegen war das Kirchencafé in der Alten Eintracht, eine Oase der Ruhe und angenehm kühl. Bei wunderschönem Harfenspiel sowie Musik mit Dudelsack, Gitarre und Flöte, vorgetragen von Schülerinnen und Schülern der Emmerich-Smola-Musikschule, konnte man sich an dem herrlichen Kuchenbuffet laben und am Ende noch die gute Marmelade des protestantischen Frauenvereins erwerben. Ein unschönes Bild bietet sich mir stets beim frühmorgendlichen Blick aus dem Fenster, ehe die städtischen Kehrmaschinen anrollen. Der Martinsplatz übersät mit Plastikbechern und anderem Müll. Ich frage mich immer wieder, was das für Menschen sind, die ihren Abfall einfach auf den Boden werfen. Ob da nicht genügend Müllbehälter waren? Man sollte Pfand erheben auf die Plastikbecher! Das hat sich beim Rheinland-Pfalz-Tag in Ramstein bewährt!

 

Roland Paul

 

Jedes Los ein Gewinn

 

Altstadtfest in Kaiserslautern – bevor ich jedoch mit meiner Frau Elke, meiner Tochter Trixi und Freunden am vergangenen Wochenende feierte, stellte ich mich am Freitagabend erst einmal in den Dienst der guten Sache. Für den Förderverein „Mama / Papa hat Krebs“ Kaiserslautern habe ich Lose verkauft. Beides hat eine schöne und lange Tradition in Kaiserslautern, das Altstadtfest wie die Tombola des Fördervereins. Trotz der heißen Temperaturen habe ich fast 200 Lose mit viel Spaß unter die Leute gebracht! „Jeder gewinnt mit dem Los!“, war mein Verkaufsmotto. „Sie vielleicht einen schönen Preis, aber auf jeden Fall die Kinder und Jugendlichen, die der Förderverein mit dem Erlös aus der Tombola unterstützt, wenn ihr Leben durch die Krebsdiagnose eines Elternteils aus den Fugen geraten ist. Das geht von Sprechstunden bis hin zu Auszeiten, in denen sie eine unbeschwerte Zeit verbringen können.“ War mein Credo. Da habe ich wirklich gerne geholfen. Im Anschluss habe ich mir beim Stand der Stadtgarde Kaiserslautern, im Innenhof des Theodor-Zink-Museums erst einmal ein kühles Getränk gegönnt.

 

Andreas Rahm

 

Rock’n’Roll mit Händen und Füßen

 

Erst ziemlich spät, so gegen 21 Uhr, zog es mich am Freitag in die Bruthitze zum Altstadtfest. In der Erbsengasse hatte sich das Fan-Volk von Pink Floyd versammelt. Dort bekam man dann auch authentische und sehr gut vorgetragene Musik der KL-Band eKLipse geboten. Leider vermischten sich dort die Klänge mit der Nachbarbühne im Pfarrgarten, so dass mir die Bühne in der Salzstraße mehr Hörgenuss brachte. Zunächst suchte man die Band und war dann total überrascht, alleine Minnie Marks vorzufinden. „Die geht ab wie e Mopedche“, meinte mein Nachbar. Rotzig, süßer Rock’n’Roll, mit Händen und Füßen dargeboten, hohe Fingerfertigkeit und den gewissen Dreck in der Stimme, klasse. Der Heimweg war mit schweißgebadetem Menschenfleisch gepflastert, Verstopfung gab es nur in der Steinstraße. Bei Superstimmung im Pfarrgarten heizte dort Fanhouse play’s Pink den Fans ordentlich ein.

 

Samstag – heiß, wieder im Pfarrgarten bei King-Lux, den Gewinnern des Green-Sound-Bandbattle. Ganz stark, interessante Elektrosounds, gepaart mit Gitarre, Schlagzeug und Bass. Sehr guter Gesang. Selbstgemachte Songs und nicht alltägliche Covers mit eigenen Arrangements. Nicht jedermanns Sache, muss ja nicht sein. Auf der Nachbarbühne ertönt Dreiklang mit teilweise auch selten gecoverten Klassikern des Pop und Rock und auch in deutscher Sprache, klasse Stimmung. Für mich kam dann das Beste – Junges Theater – Das Tierreich auf der klimatisierten Werkstattbühne im Pfalztheater – Superspitzenklasse.

 

Klaus-Dieter Brehm

 

Und hier der Artikel als Datei:

 

 

 

 


Artikel im Wochenblatt Kaiserslautern vom 2. April 2015


Artikel im Amtsblatt der Stadt Kaiserslautern vom 2. April 2015